Skip to main content

24. September 2026

Drei weitere neue Professor:innen am ISTA

Willkommen Friedrich Stricker, Carla Fernández-Rico und Simone Fatichi!

Das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) begrüßt drei weitere Professor:innen am Campus. Mit ihrer Forschung erweitern sie das wissenschaftliche Spektrum des Instituts um spannende und komplexe Fragen: von selbstorganisierenden und anpassungsfähigen Materialien bis hin zum Zusammenspiel von Wasser, Leben und Böden auf der Erde.

Drei weitere neue Professor:innen am ISTA. Von links nach rechts:Friedrich Stricker, Carla Fernández-Rico und Simone Fatichi. © ISTA

Erdsystem-Wissenschafter Simone Fatichi

Simone Fatichi erforscht die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen Hydrosphäre, Biosphäre und Pedosphäre – also zwischen dem Wasser der Erde, den an Land lebenden Organismen und den Erdböden.

Seine Forschung verbindet Beobachtungen natürlicher Prozesse mit deren Simulation in modernen Computermodellen.

„So können wir untersuchen, wie Wasser-, Energie- und Kohlenstoffkreisläufe innerhalb von Ökosystemen zusammenwirken und wie sie auf äußere Einflüsse wie Klimawandel oder Urbanisierung reagieren“, erklärt Fatichi. Seine Forschung könne dazu beitragen, Ökosysteme besser zu schützen, Wasser und Böden nachhaltiger zu bewirtschaften und umweltverträgliche Strategien weiterzuentwickeln.

Fatichi kommt als Professor ans ISTA. Zuvor war er Professor an der National University of Singapore, nachdem er dort bereits als Associate Professor tätig gewesen war. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren die ETH Zürich, wo er als Research Associate und Lecturer arbeitete, die Universität Florenz als Postdoktorand sowie ein gemeinsames Doktoratsstudium an der Universität Florenz und der TU Braunschweig.

Professor Simone Fatichi. © ISTA

Der italienische Wissenschafter Fatichi hat soeben den Paul A. Witherspoon Vortrag 2026 der AGU (American Geophysical Union) erhalten – in Anerkennung seiner einflussreichen Forschung in der Hydrologie und seines Engagements für die Förderung von Nachwuchsforscher:innen. Weitere Auszeichnungen umfassen beispielsweise den Antonio-Feltrinelli-Giovani-Preis 2019 für Engineering of Complex Systems der Accademia Nazionale dei Lincei.

Am ISTA möchte der Erdsystem-Wissenschafter eine webbasierte Modellierungsplattform entwickeln. Damit soll das terrestrische Biosphärenmodell seines Teams genutzt werden können, um Wasser- und Kohlenstoffflüsse in Ökosystemen überall auf der Welt zu simulieren. Das könnte helfen, die Ursachen für Veränderungen in der Wasserverfügbarkeit und für Ökosystemleistungen – etwa die Speicherung von Kohlenstoff in Pflanzen und Böden – besser zu verstehen und Maßnahmen zum Schutz der Umwelt gezielter zu unterstützen.

Physikerin Carla Fernández-Rico

Carla Fernández-Rico untersucht, wie sich kleine Bausteine – etwa kolloidale Partikel, Fasern oder Bakterien – selbst zu Materialien mit bestimmten Strukturen und Funktionen organisieren.

Die Natur hält dafür viele eindrucksvolle Beispiele bereit: etwa die Federn eines Pfaus –schillerndes Blau und Grün mit augenähnlichen Mustern – oder die widerstandsfähige Schale einer Seeohr-Schnecke.

Am ISTA möchte die gebürtige Barcelonesin mit ihrer Forschungsgruppe die physikalischen Prinzipien entschlüsseln, nach denen solche Strukturen entstehen – sowohl in lebenden als auch in unbelebten Systemen.

„Wenn wir diese Prinzipien verstehen, können wir neue Wege finden, Materialien von Grund auf aufzubauen“, erklärt die Katalanin. „Langfristig soll unsere Forschung dazu beitragen, nachhaltige Materialien zu entwickeln, die sich mit mehr Kontrolle wachsen, zusammensetzen oder herstellen lassen.“

Assistenzprofessorin Carla Fernández-Rico. © ISTA

Nach einer beeindruckenden akademischen Laufbahn, die ein Doktorat an der University of Oxford, eine Postdoc-Stelle sowie anschließend eine Gruppenleitungsposition an der ETH Zürich umfasst, kommt Fernández-Rico als Assistant Professor ans ISTA. Zu ihren Auszeichnungen gehören unter anderem ein SNSF Ambizione Fellowship 2024, der Woman Interactive Materials Award 2023 des DWI Leibniz-Instituts sowie der Rising Star Award in Soft and Biological Matter 2023 der University of Chicago und der University of California, San Diego.

„Ich möchte eine kreative, kollaborative und unterstützende Forschungsgruppe mit einer starken experimentellen Identität aufbauen“, sagt sie. „Wissenschaftlich hoffe ich, unsere Gruppe als einen Ort zu etablieren, an dem Soft-Matter-Physik, Biologie und Materialwissenschaft zusammenkommen, um zu verstehen, wie Struktur und Funktion über verschiedene Größenordnungen hinweg entstehen.“

Chemiker Friedrich Stricker

Auch Friedrich Stricker fasziniert sich für Materialien. Der deutsche Chemiker entwickelt Moleküle und Materialien, die nicht einfach nur zwischen zwei Zuständen hin- und herschalten, sondern viele verschiedene Zustände durchlaufen können. Er erforscht, welche neuen Möglichkeiten sich daraus ergeben.

„Stellen Sie sich ein Material vor, das sich für Wärme dem Sonnenlicht entgegen biegt, sich bei Überhitzung wieder abwendet – und beim nächsten Mal, je nachdem, was es zuvor erlebt hat, etwas anders auf Sonnenlicht reagiert“, erklärt Stricker. „Mithilfe der Chemie möchten wir Materialien entwickeln, die nicht nur auf ihre Umgebung reagieren, sondern sich an sie anpassen.“

Assistenzprofessor Friedrich Stricker. © ISTA

Inspiriert von lebenden Systemen – etwa Muskeln, die sich auf einen Reiz hin zusammenziehen, oder Blumen, die ihre Blüten öffnen – will Strickers Forschungsgruppe ähnliche Eigenschaften in synthetischen Materialien nachbilden. Dafür entwirft sein Team Moleküle, die mehr können als bloß „an“ oder „aus“ zu sein. Ein und derselbe Reiz kann, abhängig von Umgebung und Vorgeschichte eines Moleküls, unterschiedliche Reaktionswege auslösen. Genau darin, so die Idee, liegt der Ausgangspunkt für echte Anpassungsfähigkeit.

„Die meisten synthetischen Materialien geben immer dieselbe Antwort, wenn man ihnen dieselbe Frage stellt“, sagt Stricker. „Wir wollen Moleküle und Materialien entwickeln, deren Antwort von ihrer Umgebung und ihrer Geschichte abhängen kann – ein Schritt, um etwas von der Anpassungsfähigkeit lebender Systeme in menschengemachte Technologien zu bringen.“

In den kommenden Jahren möchte Stricker ein Team aufbauen, das untersucht, wie durch molekulares Design Moleküle und Materialien entstehen können, die sich differenzieren, Erinnerungen speichern und lernähnliches Verhalten zeigen.

Der Chemiker kommt als Assistant Professor ans ISTA. Er promovierte an der University of California, Santa Barbara, und war anschließend Postdoc an der Harvard University und dem Max-Planck-Institut in Potsdam. Zu seinen Auszeichnungen zählen ein Walter Benjamin Fellowship sowie ein Walter Benjamin Return Fellowship.



Teilen

facebook share icon
twitter share icon
back-to-top icon
Nach Oben