26. März 2026
Drei ISTA Professorinnen in ÖAW aufgenommen
Sylvia Cremer, Amelia Douglass und Alicia Michael unter neu gewählten Mitgliedern
Drei Wissenschafterinnen des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) wurden in die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) aufgenommen: Professorin Sylvia Cremer als korrespondierendes Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse sowie die Assistenzprofessorinnen Amelia Douglass und Alicia Michael in die Junge Akademie. Insgesamt wird die Akademie mit den 46 neuen Mitgliedern jünger, vielfältiger und weiblicher.
Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) heißt 46 neu gewählte Mitglieder in ihren Reihen willkommen. Bei den diesjährigen Wahlen hat sich die ÖAW im März für die Aufnahme 29 weiblicher und 17 männlicher Forschender entschieden. Für die Akademie stellen die diesjährigen Wahlen eine Zäsur dar: Erstmals in ihrer Geschichte stellen Frauen bei den Mitgliedern unter 60 Jahren den größeren Anteil.
ÖAW-Präsident Heinz Faßmann sagt: „Die Akademie wird jünger, vielfältiger und weiblicher. Über 60 Prozent der neu gewählten Mitglieder sind Frauen. Ich freue mich auf die frischen, ungewöhnlichen und inspirierenden Ideen und Perspektiven der neuen Mitglieder, besonders der Rising Stars der Jungen Akademie.“
Die Akademie gliedert sich in eine philosophisch-historische Klasse und eine mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse sowie eine Junge Akademie, deren Mitglieder bei ihrer Wahl höchstens 40 Jahre alt sind. Die Wahl der Mitglieder findet alle zwei Jahre, jene der Jungen Akademie jährlich statt.
Professorin Sylvia Cremer
Als korrespondierendes Mitglied im Inland in die mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse gewählt wurde Sylvia Cremer, die am ISTA die Forschungsgruppe “Soziale Immunität“ leitet, seit 2010 als Assistenzprofessorin und seit 2015 als Professorin. Sie erforscht wie Ameisen als soziale Insekten Krankheiten als kooperative Einheit bekämpfen, z.B. durch Entscheidungen zur gegenseitigen Pflege oder dem Umgang mit eigener Infektion. Vorher war Cremer an der Universität Regensburg und dem Wissenschaftskolleg zu Berlin (Deutschland) sowie der Universität Kopenhagen (Dänemark) tätig. Sie erhielt mehrere renommierte Auszeichnungen und im Jahr 2017 einen Consolidator Grant des European Research Council (ERC).

Mit Cremer sind nun sechs ISTA Forschungsgruppenleiter:innen Mitglied der ÖAW. Aktuell ebenfalls Mitglieder sind die ISTA Professor:innen Herbert Edelsbrunner, László Erdös, Monika Henzinger, Thomas A. Henzinger und Robert Seiringer.
Assistenzprofessorinnen Alicia Michael and Amelia Douglass
In die Junge Akademie ÖAW aufgenommen wurden Amelia Douglass und Alicia Michael, beide Assistenzprofessorinnen am ISTA.
Alicia Michael leitet seit 2024 die Forschungsgruppe „Genomregulierung und biologische Zeitmessung“ am ISTA und erforscht, wie Zellen die Zeit im Auge behalten. Anhand von menschlichen Zellen und winzigen Grünalgen als einem Modellsystem untersucht sie, wie sich fast alle Lebewesen an den Tag-Nacht-Rhythmus der Erde angepasst haben und wie Gene im Rahmen eines Tag-Nacht-Zyklus aktiviert werden. Ihre Arbeit wird durch einen ERC Starting Grant (2024) gefördert. Vorher war Michael an der Universität Basel, am Friedrich Miescher Institute for Biomedical Research in Basel (Schweiz) und an der University of California, Santa Cruz (USA) tätig.

Amelia Douglass leitet seit 2025 die Forschungsgruppe „Die Neurobiologie der Homöostase“ am ISTA, und erforscht die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper bei Mäusen. Gewonnen werden können daraus mögliche Erkenntnisse über Stress und Angstzustände bei Menschen. Vorher war sie an der Harvard Medical School (USA) und am Max-Planck-Institut für Neurobiologie tätig. Im Jahr 2025 erhielt sie einen Starting Grant des European Research Council (ERC).

ISTA stellt sieben Mitglieder in Junger Akademie
Beide Neumitglieder werden ihre Expertise jetzt in die Junge Akademie einbringen. Insgesamt sind in diesem „jungen Gremium“ der ÖAW aktuell sieben Forschungsgruppenleiter:innen des ISTA vertreten. 2024 wurden die ISTA Physiker:innen Kimberly Modic und Hryhoriy Polshyn aufgenommen, im Jahr 2022 ISTA Assistant Professor Edouard Hannezo – tätig in der Schnittfläche von Zellbiologie und theoretischer Physik. Ebenfalls Teil des Gremiums sind von Seiten des ISTA die Physiker Scott Waitukaitis (seit 2021) und Mikhail Lemeshko (seit 2020).